Angepasste Gasreinigungssysteme

Eine hohe Belastung des Deponiegases mit Schwefelwasserstoff, Silizium sowie weiteren Schadstoffen führt zu einer radikalen Verringerung der Standzeiten von BHKW-Anlagen und ist häufig Ursache für Motor- und Bauteilschäden. Eine Reinigung des Deponiegases führt zudem zu einer Erhöhung der Motorölstandzeit sowie einem wesentlich geringerem Motorenverschleiß. Weiterhin ist die Einhaltung der Schadstoffgrenzwerte eine Voraussetzung für die Aufrechterhaltung der Gewährleistung für die Anlage durch den Hersteller. Dies sind gute Gründe sich für eine Reinigung des Deponiegases zu entscheiden, zumal auf dem Markt nunmehr genügend erprobte und bezahlbare Systeme sowie unterschiedliche Reinigungsverfahren verfügbar sind. Hierzu zählen z.B.:

  • externe biologische Entschwefelung, z.B. durch Biowäscher (Scrubber) oder Rieselbettfilter
  • chemische Adsorption in Festbettfiltern mit Aktivkohle oder speziellem Filtersubstrat

Für die Auswahl eines angepassten Reinigungsverfahrens ist zunächst der Schadstoffbelastung im Deponiegas zu bestimmen. Dazu ist vor Ort eine Mischgasprobe zu entnehmen und für die Vollgasanalyse zeitnah einem zugelassenen Analyselabor zu überbringen (in Deutschland gibt es nur zwei zugelassene Labors). Sowohl für den Entnahmeort, das Entnahmeverfahren sowie auch für die Probenaufbewahrung und den Transport gibt es entsprechende Herstellervorschriften, um vom Anlagenhersteller auch als "relevant" anerkannt zu werden. Wir können Sie hierbei sachgerecht unterstützen und besitzen hierfür das notwendige Equipment und Know How.

Scheint die Schadstoffbelastung im Deponiegas auf dem ersten Blick auch moderat zu sein, ergibt die Umrechnung auf Normwerte und ein Vergleich mit den zulässigen Herstellergrenzwerten oftmals eine Grenzwertüberschreitung und die Einordnung des Deponiegases in eine "schlechte" Qualität. Die kontinuierliche Auswertung aller in den letzten Jahren entnommenen und analysierten Gasproben zeigte dabei, dass nahezu keine Deponiegasprobe ohne Gasreinigung zur sachgerechten Verwertung geeignet war, zudem die Grenzwerte der Hersteller in den letzten Jahren deutlich nach unten abgesenkt wurden. Wir können durch unsere umfangreiche Datenbank für Deponiegas-Vollanalysen Ihnen die qualitative Einstufung Ihres Deponiegases aufzeigen und ein Vergleich mit den Herstellergrenzwerten durchführen. Falls notwendig unterbreiten wir Ihnen entsprechende Empfehlungen über eine angepasste Gasreinigung. Hier gilt jedoch der Grundsatz, dass die Gasreinigung so gut wie nötig und nicht wie möglich erfolgen sollte!